Sieben gute Geister – Backregeln für die Adventszeit #600Geheimnisse

Matterhörnli Zermatt

Matterhörnli ZermattSchon eine Schande: So viele Blogposts sind bei mir jeweils zu 3/4 gedraftet und verschwinden in der Versenkung, weil ich sie nicht fertigschreibe, nicht verlinke, nicht korrigieren, nicht bebildere, nicht den 3. und 4. Teil schreibe, und und und. Und irgendwann einmal werden die Sommerblogposts im Winter tendenziell uninteressant. Oder die Beiträge zu einer Konferenz ein paar Monate danach nur mehr halb so aufschlussreich. Vielleicht sollte ich mich doch den Ironblogger irgendeiner Stadt anschliessen – wie zB Stefan aka @hirnrinde sich jeden Ironbloggern aus Stuttgart angeschlossen hat und unlängst nach acht Wochen Bilanz gezogen hat.

Aktuell bäckt man ja Kekse, Guetzli, vorweihnachtliches Feingebäck – name it as you like. Und zumindest mal ein Anlass, in meiner Geheimniskiste zu graben und in meinem schlauen Büchlein nachzuschlagen, was es denn zu sagen hätte. Und prompt werde ich fündig:

Quer durch die Küche
297. Sieben gute Geister / Backregeln, die immer beachtet werden sollten.

  1. Form immer mit Bröseln oder Griess ausstreuen (keine Geschmacksveränderung).
  2. Eierschnee immer erst dann schlagen, wenn er unmittelbar benötigt wird, sonst setzt er ab.
  3. Die Eiermenge des Rezepts stimmt nicht genau, weil die Eier verschieden gross sind. Gemeint sind immer mittelgrosse Eier. Evtl. das Gewicht mit etwas zugegebener Flüssigkeit ausgleichen.
  4. Ein Esslöffel Essig ersetzt ein Ei, wenn Eier gerade sehr teuer oder nicht genügend im Hause sind (keine Geschmacksveränderung).
  5. Backpulver immer ins Mehl sieben, da es dann durch Luftzutritt wirksamer wird und noch mehr auflockert.
  6. Hefe nie ganz kalt oder ganz heiss ansetzen, immer lauwarm, auch weitere Zutaten zum Hefekuchen nicht aus dem Kühlschrank verwenden.
  7. Angegebene Flüssigkeitsmengen müssen nicht unbedingt stimmen, die verschiedenen Mehl- und Griess-Sorten quellen verschieden stark auf. Hier ist etwas zu flüssig besser als zu fest.

Kann sich noch jemand an die Zeit erinnern, als Eier nicht verfügbar oder gerade sehr teuer waren?

Nun, bei Eiern wüsste ich es nicht, aber bei Reis und Getreide bzw. Hüherfleisch habe ich es vor ziemlich genau einem Jahr direkt mitbekommen. Vor genau einem Jahr fand die My-Journey-Kampagne von World Vision Schweiz statt (mittlerweile leider vom offline gestellt…) statt: Live vor Ort zu sehen, was es heisst, dass Lebensmittelspekulation den Reispreis einfach so mal verteuert… Nun, es ist nicht dieses Klischeebild von “Hunger”. Nicht das, was wir unter “Hunger” verstehen, dieses rumorende Gefühl im Bauch, das sich kurz vor Mittag einstellt. Oder das Wasser, das einem im Mund zusammenläuft, wenn Werbung für einen saftigen Burger mit Simmentaler Premium Rinderfleisch auf einen eindringt. Oder, für die Advanced, wenn man sich aufs Fasten einlässt und die ersten paar Tage Gelüste aufs Essen verspürt. Es geht um langfristig ausreichende und ausgewogene Ernährung, um die richtige Mischung aus Flüssigkeit sowie Kohlehydraten, Fett, Eiweiss, Vitaminen, Ballaststoffen und wie das alles heisst, von Kleinkindesbeinen an bis in die Adoleszenz – und wenn plötzlich der Preis für Grundnahrungsmittel nicht mehr passt, dann muss eben woanders eingespart werden.

Schon eine Schande: So hat dieser Blogpost über Weihnachtskeks begonnen. Und wird nun zu einer Diskussion über Entwicklungszusammenarbeit. Und den Hunger in der Welt. Und somit wieder stimmig. Meine Entscheidung für das kommende Jahr 2013: Ich werde mich dem Thema Welternährung annehmen und bei mir selbst beginnen. Die alten Vorsätze: Weniger Fleisch, dafür mehr lokale/regionale Produkte und diese noch dazu Bio. Wird teuer, ich weiss. Und es wird mir weniger schmecken, weiss ich auch, weil ich Fleisch mag, und all die anderen Dinge, und weil ich mit hemmungslos einen Burger hole, wenn ich drauf Lust habe. Und ich werde darüber reden, schreibe, öffentlich und laut darüber nachdenken: Nahrungsmittelspekulation, Finanzierung der globalen Ernährung, Umverteilung und nachhaltige Anbauformen, lokale und regionale nachhaltige Wirtschaft. Und vielleicht ein wenige schlechte Laune verbreiten. Vielleicht wird die Welt ja doch besser?

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